Lebendiges Porzellan

Porzellan Manufaktur Nymphenburg

Die Porzellan Manufaktur Nymphenburg wurde 1747 von der bayerischen Königsfamilie gegründet und befindet sich seit 1761 auf dem Gelände von Schloss Nymphenburg. Wir hatten das Vergnügen die traditionellen Werkstätten besuchen zu dürfen, in denen ausschließlich von Hand gearbeitet wird und die Mühlen, Rührbottiche und Drehscheiben seit dem 18. Jahrhundert mit Wasserkraft aus dem angrenzenden Bach betrieben werden. Außerdem ist es die einzige Produktionsstätte der Manufaktur weltweit. Das dies ein besonderer Ort ist merkt man auf Schritt und Tritt, im Park, in den Werkstätten und an der Geräuschkulisse.

In den Werkstätten spürt man die zielstrebige aber dennoch gelassene Hingabe an die Exzellenz des Handwerks. Es schwant einem warum die Porzellan Manufaktur Nymphenburg seit 2016 als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt ist. Es erfasst einen sofort eine Neugier für das Know-how, dass hinter den Produkten steckt. Traditionelles Handwerk ist hier lebendige und alltägliche Realität.

Seit jeher wird das Porzellan der Manufaktur nach streng geheimer Rezeptur gefertigt. Wächter und Bewahrer dieses Prozesses ist ein Mann namens Zeus, der die Masse nach wie vor per Hand herstellt, portioniert, lagert und dann in die Dreherei und Formerei bringt.

Lightscape" collection Ruth Gurvich

Es wird mit Techniken gearbeitet, die bereits seit über 200 Jahren etabliert sind und durch verschiedene Gestalter immer wieder in neuen Modellvarianten lebendig gehalten werden. Bei unserem Besuch durften wir zum Beispiel zusehen wie Schalen für die Kollektion „Lightscape“ aus der Zusammenarbeit mit Ruth Gurvich gefertigt wurden, die eine Anmutung wie feines, handgeschöpftes Papier haben.

Die Kooperationen mit internationalen Designern und Künstlern ist in der Tat etwas was die Porzellan Manufaktur Nymphenburg über die Jahrhunderte hinweg auszeichnet. Darunter finden sich Namen wie Ted Muehling, Damien Hirst, Gareth Pugh, Hella Jongerius oder Rolf Sachs.

Die letzte Station unseres Besuchs war die Bossiererei. Dort werden vielteilige Figuren und Objekte zusammengesetzt, Kleinteile frei modelliert und mit verflüssigter Porzellanmasse (Schlicker) zu Ketten, Blättern, Blüten und Dornen zusammengefügt. Mittels Modellierwerkzeugen und ruhiger geübter Hand bekommen Oberflächen ihre Details und Gesichter ihre Gesichtszüge.

Brand Page: nymphenburg.com

Begleiten Sie uns dabei einen anderen Maker in der Blaudruckerei Koó kennen zu lernen.

Photography: Sebastian Berg & Johannes König
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