New Heritage - Eine Hommage an Qualität, Handarbeit und Zeitloses

New Heritage - Makers bible

Die Messe „New Heritage“ ist eine etablierte und erfolgreiche Plattform für handgefertigte Produkte. Seit Gründung ist sie eine Hommage an Qualität, Handarbeit und Zeitlosigkeit. Wir haben ihren Gründer Moritz Fuchs nach der Gegenkultur handgefertigter Marken und der neuen Generation von Machern gefragt. Die „New Heritage“ öffnet Ihre Tore einmal im Jahr in München, Düsseldorf und demnächst auch in Wien.

Moritz, was genau bedeutet „New Heritage“? Welche Vorstellung möchtest Du mit diesem Namen bei den Leuten wecken?
„New Heritage“ ist eine Huldigung an Qualität, Handwerk und Zeitlosigkeit! Lebensgefühl, Wertsteigerung und bewussten Konsum. Diese Lebenshaltung möchten wir mit unseren Veranstaltungen vermitteln. Sicherlich möchte ich, dass die Leute gerne an Ihren Besuch auf der Messe zurückdenken und sich an den Tag erinnern an dem Sie eines Ihrer Lieblingsstücke gefunden und gekauft haben.

Du hast begonnen eine Verbrauchermesse für handgefertigte Produkte zu organisieren, als wir auch mit unserer ersten Makers Bible anfingen. Warum geschah dies fast zeitgleich und in derselben Stadt?
Vielleicht Zufall oder Schicksal? Das bringt mich zum Lachen! Ich glaube, dass diese Art von Bewusstsein in den letzten Jahren zugenommen hat und die Sehnsucht der Menschen nach diesen Werten, die die Produkte und Produzenten transportieren, kontinuierlich steigt. Warum Beides ausgerechnet in München begannen? Wirklich erstaunlich, aber ich habe keine Ahnung.

Moritz, als Du letztes Jahr die erste Messe auf der Praterinsel in München veranstaltet hast brummte die gesamte Gegend um die Mittagszeit wie ein Bienenstock, wie glücklich hat Dich das gemacht?
Das Verrückte ist, dass ich mich nicht wirklich sehr genau an die erste Veranstaltung erinnern kann, weil mich die Tage sehr herausgefordert haben. Ich war überwältigt und wollte während der Veranstaltung der perfekte Gastgeber sein. Als ich dann die ersten Bilder nach dem Event sah, musste ich mir echt die Augen reiben und war sehr stolz auf jeden Einzelnen, der mitgeholfen hat die Messe zu verwirklichen.

Die dritte Messe (in München) hatte mehr Aussteller, mehr Besucher und ein größeres Team. War es mehr Stress? War es einfacher? Kannst Du uns sagen, wie weit sich die Messe in anderthalb Jahren entwickelt hat?
Wir konnten viel von früheren Veranstaltungen lernen, unsere Prozesse optimieren und uns so auf Details konzentrieren. Es bringt etwas mehr Routine, aber bis zur Eröffnung bin ich sehr angespannt und nervös, fast wie beim ersten Date. Was mich sehr freut, ist, dass wir die „New Heritage“ von Veranstaltung zu Veranstaltung immer verbessern konnten und damit unseren Erwartungen immer ein Stück näherkommen.

 

New Heritage - Makers bible

Sind handgefertigte Produkte das neue Statussymbol? Ist es etwas für die oberen Zehntausend?
Es ist eine Tatsache, dass qualitativ hochwertige Produkte auf den ersten Blick teurer sind, aber der Preis repräsentiert die Wertschöpfung. Hochwertigste Materialien, Fertigung in Handarbeit mit sehr vielen Arbeitsschritten und den fairen Arbeitsbedingungen. Mein Ansatz bzw. die Frage die ich stellen würde ist, warum für ein Labels und Produkte bezahlt wird, die etwas versprächen, das niemals eingehalten werden kann.

 

Durch die Investition in Qualität und Langlebigkeit spart man auf lange Sicht Geld. Jeder kann das für sich entscheiden, aber es würde mir sehr gefallen, wenn wir wieder lernen würden, wie man wirklich nachhaltig konsumieren kann.

 

Wie kuratierst Du die Marken? Was sind die Kriterien für Aussteller bei der „New Heritage“?
Wir haben fünf Kriterien, nach denen wir unsere Aussteller bewerten. Tradition, Produktion, Rohstoffe, Standards und Leidenschaft. Bei der Tradition achten wir auf das Erbe des Unternehmens oder, wenn es sich um ein junges Unternehmen handelt, um die traditionellen Produktionsmethoden, die es verwendet. Unter welchen Methoden und Umständen die Produkte hergestellt wurden, ist uns ebenso wichtig wie eine verständliche und bewusste Wahl der Rohstoffe. Wir haben hohe Erwartungen an unser Produkt und erwarten, dass Aussteller diese Erwartungen ebenso an ihre Produkte haben. Was alle Kriterien und unsere Aussteller vereint, ist die Leidenschaft, die sie in ihr Produkt stecken.

Ist es schwierig, die „ursprünglichen, echten und ehrlichen“ Marken, von den Marken zu unterscheiden, die nur auf der Welle von „nachhaltig und handgemacht“ mitsurfen und teils Ableger von Modegiganten sind?
Das wird immer schwieriger. Aber das Zauberwort heißt hier zu recherchieren und unangenehme Fragen zu stellen. Echte Handwerksbetriebe können alle Fragen ehrlich und mit Stolz beantworten, da sie von Anfang bis Ende in den Entwicklungs- und Fertigungsprozess einbezogen sind.

Kunsthandwerk und reales Handwerk, wie bekommst Du da den Spagat hin? (Dieselbe Frage stellen wir uns bei der Makers Bible auch immer wieder).
Die Hersteller, die sich bei uns präsentieren, betrachten zuerst die Funktionalität und im zweiten Schritt das Design. Leider habe ich auch erfahren, dass Kunsthandwerk nicht immer auf die Qualität und den Verwendungszweck der Produkte ausgerichtet ist.

Wie „Retro“ präsentieren sich die Produkte und Marken bei der „New Heritage“ und wie „Retro“ sind die Erwartungen der Besucher?
Sicherlich denken viele Leute schnell an eine Retro-Veranstaltung, wenn sie den Namen „New Heritage“ hören. Wir geben auch modernen Marken Raum – das überrascht dann auf eine positive Art und Weise.

 

Es ist uns wichtig, nicht in eine Schublade gesteckt zu werden, denn Qualität hat viele schöne Gesichter.

 

Jeder spricht von „Erlebnissen“ und „Geschichtenerzählen“? Ist das etwas, das Du in das Konzept der „New Heritage“ integrieren möchtest? Was können Besucher in Zukunft erwarten?
Dies ist seit der ersten Ausgabe ein wichtiger Teil unserer Veranstaltungen. Durch Workshops, Musik und Vorträge sollen die Besucher in die Welt der Manufakturen eintauchen und selbst erleben können, was echte Qualitätsprodukte sind. Es gibt einige Aussteller, deren Produkte und Geschichte mich umgehauen haben. Leider bin ich nie Gast auf meiner eigenen Messe, aber falls doch – es wäre mein Eldorado.

New Heritage - Makers bible

Auf der Messe gibt es viele „trendige“ Essens- und Getränkestände. Wie wählst du die aus?
Natürlich spielt auch hier die Qualität eine wichtigte Rolle. Durch die Auswahl streben wir Abwechslung bei Speisen und Getränken an und möchten die Gäste einladen, die vielfältigen Getränke und Speisen auszuprobieren, um etwas Neues zu schmecken und zu entdecken.

Soll die „New Heritage“ wachsen? Steigt die Anzahl der Menschen, die sich mit dem Handcraft-Virus infiziert lassen? Oder ist die Zielgruppe irgendwann gesättigt und Ihr müsst Euch anderen Märkten zuwenden? Gibt es eine Wachstumsstrategie?
Ich glaube und hoffe, dass wir erst am Anfang stehen und dieses Thema noch nicht bei den Massen angekommen ist. Es wird oft gesagt, dass das Thema „New Heritage“ nur ein Trend ist, aber ich bin fest davon überzeugt, dass Formate wie das Eurer Makers Bible und die „New Heritage“ das Thema zu einer langfristigen Bewegung machen können. Ähnlich der Organik/Bio-Bewegung. Dazu müssen wir unsere Botschaft glauben und weiterhin in die Welt tragen. Auch daher wird nächstes Jahr sehr spannend für uns, denn dann werden wir die „New Heritage“ zum ersten Mal in Wien veranstalten.

Lieber Moritz, vielen Dank für das Interview!
Webseite der „New Heritage“: www.new-heritage.de
Fotos: Monsieur Mueller

Ein weiteres Interview, diesmal mit Maria Klähn von Burg & Schild, Berlin gibt es hier.

 

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